Die Arbeitsgemeinschaft Imkerei der Gesamtschule Gießen-Ost wurde im Jahre 2001 von unserem damaligen Referendar (Gunnar Benzing) ins Leben gerufen und in den folgenden drei Jahren von den Kollegen Jochen Leva und Gottfried Schoof weitergeführt.

Momentan arbeiten in der Imkerei-AG acht Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis 8 unter der Leitung des Biologielehrers Gottfried Schoof. Die AG besitzt zwei Wirtschaftsvölker zur Honiggewinnung und ein weiteres Volk in einem Schaukasten. Die Bienenstöcke stehen - einigermaßen ungestört - auf einer Dachterrasse.

das Schaukastenvolk Das Schaukastenvolk kann man durch zwei Glasscheiben von außen beobachten und so Einblicke in das Innenleben eines Bienenvolkes gewinnen. "Voll de Honig"

Pflegearbeiten an den Bienenvölkern

Mit der eigentlichen Pflege der Bienenvölker im Jahresverlauf sowie mit den Arbeiten zur Gewinnung von Honig und Wachs und deren Weiterverarbeitung zu verschiedenen Produkten sind die TeilnehmerInnen unserer Imkerei-AG das ganze Jahr über beschäftigt.


Die Arbeiten am Bienenstock beginnen mit dem Frühjahr und erstrecken sich bis in den Dezember. Dazu trägt man Schutzkleidung, um nicht gestochen zu werden.

Etwas Rauch aus dem Smoker besänftigt die Bienen.
Meistens sind die Bienen aber recht sanftmütig, eine Folge von konsequenter, jahrzehntelanger Züchtung auf Friedfertigkeit seitens der Imkerverbände.
Wer sich ruhig und besonnen verhält, kann mit zunehmender Erfahrung häufig auch ohne Stichschutz arbeiten.

Im zeitigen Frühjahr findet im Bienenvolk eine starke Vermehrung statt, damit zur Trachtzeit genug Sammelbienen vorhanden sind. Den wachsenden Völkern muss als zusätzlicher Brutraum eine Zarge mit frischen Rähmchen aufgesetzt werden, ein paar Wochen später noch eine weitere Zarge als Honigraum.

Honig-Ernte

Bei guter Trachtsituation kann Ende Mai der erste Honig geerntet werden.


Tim Schlößinger mit einer vollen, weitgehend verdeckelten Honigwabe - teilweise noch mit Bienen besetzt.

Im dicken Strahl fließt der Honig aus der Schleuder. Ein feines Edelstahlsieb hält kleinste Wachsteilchen zurück.

Honigschleudern in den Sommerferien 2004.
Ein paar Feriengäste haben sich dazugesellt.

Wie überwintern Bienen?

Im Winter herrscht scheinbar Ruhe im Bienenvolk, aber das stimmt nicht ganz. Bienen halten nämlich keinen Winterschlaf sondern setzen sich eng zusammen zu einer "Wintertraube". Durch leichte Zitterbewegungen der Flügel wird dann so viel Wärme erzeugt, dass im Kern der Traube -da wo die Königin sitzt- eine Temperatur von +37°C gehalten wird...und das sogar bei schärfstem Frost!
Für die Produktion dieser Wärme verbrauchen die Bienen ihren eingelagerten Honig bzw. die vom Imker rechtzeitig eingefütterte Zuckerlösung.

August bis September: Zur Winterfütterung gießt Marie Herberg Zuckerlösung in den Futtertrog.
Die Bienen nehmen den Zucker auf, bearbeiten (invertieren) ihn mit Enzymen und lagern ihn wie Honig in ihre Futterwaben ein.


Ein eingeschneiter Bienenstock, kein Problem für die Bewohner.

Nach außen hin abgekugelt halten sich die Bienen gegenseitig warm.
Hier sieht man nur den oberen Bereich der "Wintertraube", die sich nach unten hin bis über die gesamte Rähmchentiefe erstreckt.

Herstellung von Kerzen aus Bienenwachs

Zur Advents- und Weihnachtszeit wird Bienenwachs geschmolzen und für die Herstellung von Kerzen verwendet.


Kerzenproduktion: diese Arbeit ist zeitaufwändig und erfordert einiges an handwerklichem Geschick.

Bastian Roth gießt heißes Wachs in eine Form aus Kautschuk, in die zuvor ein Docht eingespannt wurde

Zur Kerzenproduktion wurden sechs verschiedenen Formen benutzt.
Die Herstellung von Kerzen kostet viel Zeit, da die größeren Exemplare nach dem Guss mindestens 45 Minuten abkühlen müssen, bevor man sie aus der Form nehmen kann.

Die Imkerei-AG der GGO finanziert sich selbst

Die Mitglieder der Imkerei-AG verkaufen sowohl die hergestellten Kerzen als auch den Honig innnerhalb der Schulgemeinde. Vom Erlös konnten bisher alle Geräte sowie Schutzkleidung und andere benötigte Artikel eingekauft werden.
Aus diesen Einnahmen und über die finanziellen Zuwendungen anlässlich des Umweltpreises der Stadt Gießen (2001) hat sich die Imkerei-AG seit ihrem Bestehen selbst finanzieren können.

Teilnahme am Weihnachtskonzert

Anlässlich des letztjährigen Weihnachtskonzerts (Dezember 2003) hatte die Imkerei-AG einen Infostand aufgebaut und über die Produkte ihrer Arbeit informiert.

Zum diesjährigen Weihnachtskonzert am Montag, dem 13.12.04 um 18.00 Uhr werden die Mitglieder der Imkerei-AG erneut den diesjährigen Ostschul-Honig sowie selbst gegossene Bienenwachs-Kerzen zum Verkauf anbieten.

Teilnahme am Tag der Regionen

Am 2. Oktober 2004 beteiligte sich die Imkerei-AG der GGO am "Tag der Regionen", einer Veranstaltung der Gießener Agenda-21-Gruppe unter dem Motto "Genuss mit Zukunft", bei der für nachhaltiges Wirtschaften und den Vertrieb regionaler ökologisch einwandfreier Lebensmittel geworben wurde.


Infostand der Imkerei-AG auf dem Giessener Kirchplatz.

Für die Besucher gibt es kostenlos Honig, Honig-Nuss-Konfekt und auch ein Gläschen Honigwein zu probieren.

Auszeichnung bei "Umweltschule für Europa"

Die GGO wurde in 2004 zum sechsten Mal in Folge im Wettbewerb "Umweltschule in Europa" prämiert. (Inzwischen sind es 12 Auszeichnungen in ununterbrochener Reihenfolge!) Von insgesamt vier verschiedenen Aktivitäten an unserer Schule wurde in diesem Jahr auch die Arbeit der Imkerei-AG ausgezeichnet, unter anderem für die sinnvolle Kombination der Bienenhaltung und der gleichzeitigen Anlage und Pflege einer inzwischen 13 Jahre alten Streuobstwiese.

Das Team der GGO beeindruckte Umweltminister Wilhelm Dietzel mit seinen vielfältigen ökologisch orientierten Aktivitäten.
Andre Walldorf zeigt Herrn Dietzel eine seiner Gespenstschrecken.

Schülerinnen und Schüler der Jhgst. 8 bei der Apfelernte.
Die Früchte werden in der Schulküche zu Apfelkompott und anderen Gerichten verarbeitet oder im Schulkiosk verkauft.

Mittagspause auf der Streuobstwiese