Mathematik und Geschichte zum Anfassen - Mobiles Museum „Geschichtsfenster“ an der GGO

Licht in das „dunkle Zeitalter“ bringen - Auf diese Weise könnte man das Ziel des Historikers und Museumspädagogen Andrej Pfeiffer-Perkuhn beschreiben, der am 13. und 14. Juli 2017 mit seinem mobilem Museum „Geschichtsfenster“ an die GGO pilgerte, um Klassen aus den Jahrgangsstufen 6 und 7 ein lebendiges und realitätsbezogenes Bild des Mittelalters zu vermitteln.

Mit riesigem persönlichen Engagement und gekleidet wie ein Gelehrter zur Zeit des Spätmittelalters demonstrierte er den Kindern unterschiedliche Facetten der Alltagswelt des Spätmittelalters, wobei sie auch immer wieder selbst tätig wurden. Als thematischer Schwerpunkt wurde aus den sieben freien Künsten die Arithmetik ausgewählt, um die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an Mathematikwettbewerben zu würdigen. Und so ging es von einer allgemeinen Schilderung des Mittelalters (u.a. dass es auch dort bereits Fast-Food, Könige und Wrestling gab) recht eindrücklich zur Lehre von den Zahlen.

Die Kinder erprobten die vier Grundrechenarten mit Rechenpfennigen auf dem Rechenbrett und wurden vom mittelalterlichen Lehrer als „wahre Meister der Arithmetik“ gelobt. Bei vielen gab es ein Aha-Erlebnis, als Division völlig ohne kompliziertes Kopfrechnen funktionierte und man lediglich durch Mustererkennung und das Umlegen von Steinen das richtige Ergebnis erzielen konnte. Auch wenn es im Mittelalter noch keinen Taschenrechner, kaum Papier und Tinte gab und auch arabische Zahlen noch nicht verbreitet genutzt wurden, bewältigten die Menschen derart anspruchsvolle Aufgaben wie die Grundrechenarten auf ihre Weise. Dies zu verstehen und damit auch die Leistungen des „finsteren Mittelalters“ anzuerkennen, stellte somit den großen Lerneffekt für die Schülerinnen und Schüler dar. Denn all diese negativen Bezeichnungen seien lediglich Ausdruck der Darstellungen aus der Zeit der Renaissance, in der die Menschen damit zeigen wollten, wie viel besser und weiterentwickelter sie doch seien.

Die enormen Leistungen der Menschen des Mittelalters zeigten sich jedoch nicht nur in der Arithmetik. Darüber hinaus offenbarten sich die Klugheit und der Erfindergeist im Alltag: So mussten die Menschen beim Bau von Gebäuden oder im Umgang mit Maßeinheiten beim Handel auf das Rechnen mit Brüchen zurückgreifen und bewältigten dies auf sehr praktische und anschauliche Weise mit Hilfe eines Rechenseils und dem Abzählen ihrer Fingerglieder. Und auch hier konnten die Kinder über eigenes Probieren und gebanntes Zusehen beim Demonstrieren erfahren, wie praktische Hilfsmittel konstruiert und genutzt wurden, um die heute oft als so theoretisch empfundenen mathematischen Kompetenzen wie Dividieren oder das Konstruieren rechter Winkel,  aber auch das Schreiben in Schreibschrift beherrschen zu können.

Genau in diesem Sinne schloss sich der letzte Teil der Entdeckungsreise an, in dem der Lehrmeister verschiedene seltene Rohstoffe des Mittelalters präsentierte, um zu zeigen, wie deren Verbreitung zur Weiterentwicklung der mittelalterlichen Gesellschaft beitrug. So ermöglichten die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und die verbreitete Herstellung von Papier überhaupt erst die Arbeit mit arabischen Ziffern. Und auch die Herstellung von Tinte und Farbstoffen aus Schlupfwespennestern und seltenen Purpurschnecken war aufwendig, führte aber letztendlich doch zu Büchern und Kleidung ähnlich der, die wir heute kennen und tragen. Und spätestens bei den Anekdoten, dass Bücher wie modische Accessoires von den IT-Girls der Zeit getragen wurden und die Länge der Schuhe Auskunft über Vermögen und Intelligenz des Trägers geben sollte, waren die Aufmerksamkeit und die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler gänzlich auf die ihnen so unbekannte Zeit des Mittelalters gerichtet.

Somit verschafften die von Beate Grabowski organisierten Projekttage zum Thema „Mathematik im Mittelalter“ den Kindern nachhaltige „Freude am Knobeln und Grübeln, an Logik und Rechenkunst“. Außerdem konnten die Schülerinnen und Schüler durch das „Geschichtsfenster“ bereits einen ersten zielgerichteten Einblick in die Zeit des Mittelalters gewinnen und werden nun im kommenden Schuljahr im GL-Unterricht die neu geschaffenen Lichtpunkte im ach so „dunklen Zeitalter“ weiter ausleuchten.

GGO - extern

OSTinato – die oder keine!

„Wenn eine Band, dann nur OSTinato“ sagt Ute Barthel, Referentin der Deutschen Sportjugend e.V., voller Überzeugung. Bereits zum achten Mal wurde die Schulband der Gesamtschule Gießen-Ost eingeladen, um die festlichen Aktivitäten der Deutschen Sportjugend musikalisch zu umrahmen. Am vergangenen Freitagabend begleitete OSTinato die Verleihung des dsj-Zukunftspreises im Rahmen der Konferenz „Bündnisse für Bildung“ und rockte den Saal mit Songs wie „No Roots“, "Mercy" und „Shake, Rattle 'n Roll“. Das sei einfach eine tolle Truppe - pünktlich, diszipliniert und musikalisch immer wieder herausragend, erklärt Ute Barthel und freut sich als Organisatorin, dass sie die Band für dieses Abend-Event auch noch recht spontan buchen konnte.

Weiterlesen ...