Beispiel für die „Schule der Zukunft”

Förderverein der Ostschule feiert 20-jähriges Bestehen — Beutelspacher zeigt Taschenspielertricks und stellt sich Fragen

GIESSEN (cz). „ Ist dieses Kind groß geworden", stellte Gabi Kessler in ihrem Grußwort fest. Sie war die Gründungsvorsitzende des Freundes- und Fördervereins der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO). Angefangen haben sie mit sieben Personen, denn so viele braucht man für die Gründung des Vereins, heute — 20 Jahre später — hat das „Kind'. der Verein, mehr als 700 Mitglieder. In Zeiten knapper Kassen sei die Akquirierung von Geldmitteln eines der wichtigsten Ziele des Fördervereins, durch dessen Unterstützung die Instrumente der Bläserklassen sowie weitere Schulprojekte erst möglich würden. Sie stellte abschließend die Frage: „Geht Schule heutzutage noch ohne Förderverein?" Dies verneinte Heribert Ohlig, Schulleiter der GGO ganz klar: „Nein, eine Schule kann ohne Förderverein nicht auskommen."
So würde der gesamte Bereich der Ganztagesschule ohne die Unterstützung des Vereins, die sich um die Abwicklung kümmere, nicht existieren. Dieses quicklebendige Kind bräuchten sie an der Schule, da sich die Bildungspolitik mehr und mehr aus der Verantwortung ziehen würde. Das kollegiale Miteinander würdigte Markte Roska, stellvertretende Schulelternbeiratsvorsitzende, in ihrem Grußwort: „Wir teilen uns die Lasten.' Dies sei auch gelebte Solidarität, so die Elternvertreterin.

Dietlind Grabe-Bolz, selbst Mitglied des Fördervereins, überbrachte die Grüße des Magistrats der Stadt Gießen und war der Überzeugung, dass die Schule der Zukunft nur so aussehen könne wie die Gesamtschule Gießen-Ost. Die Bilanz der derzeitigen Vorsitzenden des Fördervereins, Sybilla Bostedt, fiel ebenfalls positiv aus. Sie erinnert an die etlichen Projekte, die der Förderverein ermöglicht habe.

Als Gastredner referierte Prof. Albrecht Beutelspacher Tiber Mathematik im Alltag. Doch bevor er die Bühne für sich allein hatte, musste es sich auf dem Sofa der Gesamtschule — in Anlehnung an seine Gespräche auf dem roten Sofa im Mathematikum — den Fragen von Schülern der Jahrgänge'sechs, acht, neun und 13 stellen. Dabei ging es um Fragen wie „War Mathe ihr Lieblingsfach?" oder „Wozu braucht man Variablen und Gleichungen im Alltag?" oder gar im die Erklärung eines Paradoxons.

Beutelspacher blieb den Interviewern und dem Publikum keine Antwort schuldig und belohnte es durch kleine Taschenspielertricks aus dem Bereich der Mathematik, die bei allen gut ankamen.

Gießener Anzeiger  vom 20. Septembder 2011

Albrecht Beutelspacher stellt sich den Fragen der Ostschüler. Foto: Czernek  Albrecht Beutelspacher stellt sich den Fragen der Ostschüler. Foto: CzernekAlbrecht Beutelspacher stellt sich den Fragen der Ostschüler.
Foto: Czernek