Meine Eindrücke
Ein Schüler der Klasse 10d über die Studienfahrt "Politik im Blick" nach Berlin im März 2009
Politik im BlickBerlinfahrt Rückblickend betrachtet gab es auf der Reise nach Berlin nur 3 Dinge; politische Orte zu besuchen und darüber informiert zu werden, essen und etwas, was ich in einem Schulbericht nicht erwähnen möchte. Mittwochmorgen. Ich war aufgeregt. Eine politische Informationsfahrt nach Berlin, mit dem eigenem Schulleiter und vielen lerneifrigen Schülern, das konnte doch nur in die Hose gehen. Doch ich habe mich geirrt. Viele haben sich geirrt. Erstmal komme ich aber auf den Mittwochmorgen zurück. Auf der Hinfahrt gab es keine besonderen Vorkommnisse, außer, dass ich festgestellt habe, dass man 7 größere Snacks nicht an einem Morgen wegbekommt. Es begann direkt am Berliner Hauptbahnhof spannend zu werden. Wir waren eine Gruppe von 50 Leuten, darunter ungefähr 30 Schüler. Der Rest bestand aus, wie ich später erfuhr, Lehrern und Personen, die persönlich von Herrmann Otto Solms eingeladen wurden. (Dr. Herrmann Otto Solms, Bundestagsvizepräsident, Abgeordneter der FDP im Bundestag und Veranstalter des Projekts „Politik im Blick“). Nach der Ankunft am Bahnhof wurden wir in einen großen Bus gesteckt und begannen eine kleine Stadtrundfahrt. Die gesamte Gruppe hatte einen Tourismusführer, der uns über alles, an dem wir vorbeikamen etwas erzählte. Da ich 3 Jahre meines Lebens in Berlin verbracht habe, wusste ich schon eine Menge über diese Stadt, doch es gibt immer noch etwas Wissenswertes oder wie in dem Fall, eine Menge wissenswertes. Uns wurden allerdings nicht nur politisch wichtige Orte gezeigt, uns wurde auch viel über die Stadt an sich erzählt. Doch so schnell wir in den Bus waren, genauso schnell waren wir an unserer ersten Haltestelle, ESSEN. Ich muss kurz anmerken, dass ich die Stadtrundfahrten und das Essen nicht mehr erwähne, da beides praktisch andauernd war. Jedenfalls war der nächste Stopp in der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße. Jeder, der den Film „Das Leben der Anderen“ gesehen hat, kennt dieses Gebäude. Es ist die ehemalige Hauptzentrale der Staatssicherheit der DDR, kurz Stasi genannt. In diesem Gebäude steckte die komplette Verwaltung der DDR. Es war kein Gefängnis. Es gab nur eine kleine Übergangszelle. Es ist hat schon eine ernorme Wirkung in dem Raum zu stehen, in dem früher Mielke stand. Den Sessel zu sehen, in dem er seine „Ideologie“ ausbrütete. Es war alles schlicht gehalten. Wichtig zu erwähnen ist, dass in dem Trakt, in dem Mielke war, keine Elektronik erlaubt war. Das einzige Elektronische dort war das Telefon der Sekretärin. Während des Besuches lernten wir viel über die Vorgehensweise der Stasi. Es war ein wirklich interessanter Besuch. Gegen Abend brachten wir dann endlich unser Gepäck in das Hotel und nahmen unsere Zimmer ein. Ich muss sagen, das diskutieren hat sich wirklich gelohnt. Ich erlebte praktisch das erste Mal, dass, wenn ich mich anstrenge ich ein Resultat habe, von dem ich profitiere. Nachdem wir das Zimmer ein wenig in Augenschein nahmen, gingen wir runter zum Bus und fuhren in ein weiteres Restaurant. Erst nach diesem Essen begann unsere „Freizeit“. Mir waren alle Personen, außer die der eigenen Schule, unbekannt. Doch wir lernten uns schnell kennen. Es bildete sich eine kleine Gruppe, welche meistens zusammen war und auch alles gemeinsam unternahmen. Donnerstag. Morgens in das Hotelrestaurant tragen und frühstücken. Ich kann nur sagen, ein riesiges Buffet. Und uns wurde das alles bezahlt. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben. Nunja, nach dem Frühstück noch mal kurz aufs Zimmer, Portmonee holen und Handy. Dann ab in den Bus. Während meine lieben Mitschüler schön im BWU-Unterricht saßen, hab ich den Erzählungen unsers Führers gelauscht. In einem bequemen Bus. Genug Neid entfacht... Wir kamen am Bundestag an. Dort wurden wir kontrolliert und mussten alle unsere Sachen abgeben. Handy, Schlüssel, Waffen, Spionagegeräte. Schade. Erst dann wurden wir in den Zuhörerraum gebracht, der schräg über den Abgeordneten ist. Garantiert jeder hat das schon einmal in den Nachrichten gesehen. Es war wirklich sehr interessant. So nah an den Entscheidungen zu sitzen, die das gesamte Land, und auch darüber hinaus, betreffen. Anschließend führten wir eine Diskussion mit Herrn Dr. Otto Solms, im FDP Fraktionsraum. Dieser Raum ist „normalen“ Besuchern nicht geöffnet. Es war wirklich mal etwas anderes dort zu sitzen. Wer saß den schon mal auf dem gleichen Stuhl wie der Herr Dr. Westerwelle? Die Diskussion, die nur aus Fragen unsererseits bestand, wurde geleitet von Herrn Solms und Herrn Dr. Wolfgang Gerhardt. Noch ein kleines Gruppenfoto und wir fuhren weiter. Das Ziel: Bundeszentrale für politische Bildung. Dort gab es einen Vortrag über Menschenrechte, der aber plötzlich abgebrochen wurde, und wir mit dem gleichen Wissen das Haus verließen, wie wir hereingekommen waren. Dieses wenig geschriebene sind allerdings die Erlebnisse eines ganzen Tages. Wir waren also wieder im Hotel. Unser kleiner Freundeskreis ging aber weiter um die Stadt zu erkunden. Wir kamen leider nur bis zum Irish Pub. Aber wer hat denn etwas gegen ein Guinness? Der Freitagmorgen wurde mit einer 3-stündigen Stadtrundfahrt begonnen. Wir lernten richtig viel. Es wurde uns alles auch sehr ansprechend vermittelt. Nach der Rundfahrt stoppten wir an dem Bundesfinanzministerium. Meiner Meinung nach, der beste Besuch der gesamten Berlinfahrt. Dort führte uns ein anderer Touristenfüher durch das Haus. Dieser war unglaublich engagiert und er erzählte sehr gut. Der riesige Bau war zu NS-Zeiten der Sitz von Hermann Göring. Wem der Namen nichts sagt, er war der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe im 2. Weltkrieg und Reichswirtschaftsminister. In der DDR war das Gebäude das Haus der Ministerien und jetzt ist es das Bundesministerium für Finanzen. Es steckt also eine unglaubliche Geschichte in diesem Gebäude. Manchmal wünsche ich mir, dass Wände reden können. Für mich war der Besuch des Bundesfinanzministeriums der interessanteste Besuch. An diesem Tag hatten wir schon ab 15 Uhr Freizeit. Manche fuhren in das Hotel zurück, andere erkundeten die Stadt. Doch jeder nutzte die Zeit aus, wie er wollte, uns wurde viel Freiraum gelassen. Am letzten Tag besuchten wir das Denkmal für die ermordeten Juden in Europe. Es ist wir ein geordneter Garten aus Blöcken. Wenn man dort hindurchgeht, fühlt man sich ziemlich beengt. Dieser Bau wurde extra so gebaut, damit jeder sich eine eigene Meinung dazu bilden kann. Auf manchen Blöcken lag eine rote Rose. Von Trauernden hinterlassen. Das Brandenburger Tor lag in der Nähe des Denkmals, also statteten wir diesem auch noch einen Besuch ab. Wir nutzten unsere restliche Zeit, die restlichen Eindrücke von Berlin einzufangen. Gegen halb zwei fuhr unser Zug am Berliner Hauptbahnhof ab. Die Fahrt nach Berlin war sehr informativ und uns wurde viel Wissenswertes vermittelt. Viel Spaß hatten wir auch noch dabei. Ich bin also sehr dankbar, dass ich an dieser Informationsfahrt teilnehmen durfte. |